XXXIX – Fort Albeck

Lage und heutige Nutzung
Das Fort Albeck liegt auf dem Safranberg direkt an der Bundesstraße 19 (Heidenheimer Straße). Das Gelände wurde mehrfach bebaut, heute befinden sich Wohnungen sowie mehrere Gewerbebauten auf dem Werksinneren. Im Reduit sitzt die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg Stamm Saint-Exupéry Ulm-Safranberg sowie ein Modellbauverein. Der Wall wird als Kleingartenanlage genutzt.

Aufbau und Baugeschichte des Werks
Das größte Außenfort der Bundesfestung wurde zwischen 1846 und 1859 unter der Leitung des königlich württembergischen Oberleutnants Zimmerle mit Unterstützung des k. u. k. österreichischen Oberleutnants Becher erbaut, es konnte bis zu 1.340 Mann aufnehmen. Es besteht aus einer vierseitigen Wallanlage mit trockenem Graben und in Erde geböschter Contrescarpe, einem großen Reduit, dessen Enden über die Kehlmauer als Traditoren herausragen, je einer Doppelcaponniere an den Schulterpunkten, drei Wurfbatterien (Schulterpunkte und Saillant des Walls), zwei Pulvermagazinen in den Wallenden und drei Blockhäusern (eins vor dem Saillant und je ein weiteres vor den Kehlecken). Im Innenhof befindet sich ein heute noch bewohntes Wallmeisterhaus. Der Wall wurde um 1880 umgebaut und dabei mit vier Hohl- und zwölf Erdtraversen versehen. Die Treppentürme des Reduits wurden auf Dachhöhe verringert. Der Platz vor der Front diente als Landübungsplatz des Pionierbataillons Nr. 13. Die gesamte Anlage ist weitgehend erhalten, selbst die Blockhäuser stehen noch alle, jedoch wurde sie durch mangelnden Bauunterhalt und Nachkriegsbau in Teilen stark entstellt bzw. verfällt zunehmend.

Nutzungsgeschichte
Das Fort wurde ab 1897 durch die 2. Kompanie des 9. Württembergischen Infanterieregiments Nr. 127 belegt. Nach dem Ersten Weltkrieg diente das Fort nur noch als Übungsplatz, im Zweiten Weltkrieg wurden die Baracken des Innenhofs vom Reichsarbeitsdienst genutzt. Bombentreffer während der Fliegerangriffe in den Jahren 1944 und 1945 verursachten erhebliche Beschädigungen am Werk, vor allem der Wall wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Krieg wurde es wie viele andere Forts zur Notunterkunft und zum Sitz kleinerer Betriebe. Etwa ab 1960 begann der bis heute andauernde Verfall des Werks. Das Reduit wurde 1977 von der Stadt restauriert. Das rechte Blockhaus wurde in den 1980ern an einen Privatmann verkauft, der es in den nächsten Jahren unter größtmöglicher Einhaltung des Denkmalschutzes zu einem Wohnhaus umbaute. Auch die anderen beiden Blockhäuser befinden sich in privater Hand, mit ihnen wurde jedoch nicht ganz so sorgfältig umgegangen. Ende 2010 stürzte im Werksinneren ein Baum auf das ehemalige Möbelhaus, das bereits einige Zeit vorher ausgezogen war. Ende 2011 begann die Stadt Ulm mit Rodungsarbeiten im Bereich des rechten Kehlgrabens und der rechten Flanke, da mit der Zeit immer mehr Bäume umzustürzen drohen. Vorher wurde bereits die Erdbedeckung des Reduits erneuert.